“In der Mitte unseres Lebensweges fand ich mich in einem finsteren Wald.”
— Dante Alighieri
Die erste Zeile der Goettlichen Komoedie. Dante schrieb sie im Exil, seiner Heimat, seines Besitzes und seiner Buergerrechte beraubt. Der finstere Wald war keine Metapher, sondern eine Beschreibung seines Lebens: politisches Exil, Armut, Abhaengigkeit von Goenner. Aus diesem Wald schuf er das groesste Werk der Weltliteratur.
Im Januar 1302 wurde ich aus Florenz verbannt. Ich war sechsunddreissig. Ich war Prior gewesen, einer der sechs Regierenden der Stadt. Dann kamen die Schwarzen Guelfen, und es war vorbei. Man klagte mich der Bestechung an, auf Grundlage gefaelschter Beweise. Ich kehrte nicht zurueck, denn Rueckkehr haette den Scheiterhaufen bedeutet. Zwanzig Jahre lang wanderte ich durch fremde Hoefe, ass an fremden Tischen und schrieb ein Gedicht, das niemand bestellt hatte. Wenn man dich aus dem Ort geworfen hat, den du fuer deinen hieltest, versuch nicht, ins alte Leben zurueckzukehren. Bau dir eines, neben dem das alte klein aussieht.
