“Zeitvertreib in guter Gesellschaft liebe ich und werde es tun, bis ich sterbe. Murren mag, wer will, doch keiner leugne; so Gott will, so will ich leben.”
— Henry VIII
Heinrich VIII. schrieb dieses Lied in den ersten Jahren seiner Herrschaft, vermutlich um 1513. Das Originalmanuskript befindet sich im Heinrich-VIII.-Liederbuch in der British Library. Er war ein begabter Musiker, der sowohl Text als auch Musik komponierte.
Diese Verse schrieb ich als junger Koenig voller Energie, als Liebhaber von Musik, Turnier und guter Gesellschaft. Absolute Macht kommt langsam und zu einem Preis, den man erst begreift, wenn man ihn bereits bezahlt hat. Ich war athletisch, gebildet und von ganz Europa bewundert. Ich lernte Laute und Orgel spielen und komponierte Liebeslieder, die am Hof kursierten. Doch mit der Zeit wurde ich der Mann, den alle fuerchteten, statt des Prinzen, den alle liebten. Verliere nicht die Freude von heute, waehrend du auf eine Macht wartest, die du dir fuer morgen erhoffst.
“Wer hier ein glueckliches Leben fuehrt und das Gemeinwesen rechtschaffen regiert, wie es mein edler Vater tat, der alle Froemmigkeit foerderte und alle Unwissenheit verbannte, dem gebuehrt ein guter Name.”
— Henry VIII
Heinrich VIII. schrieb dies in einem Brief, in dem er ueber das Erbe seines Vaters nachdachte. Er sah sich als Fortsetzer und Uebertreffer des Werks Heinrichs VII., der die Tudor-Dynastie nach den Rosenkriegen gegruendet hatte.
Mein Vater Heinrich VII. baute die Tudor-Dynastie aus dem Nichts auf und gewann die Krone bei Bosworth mit einem zusammengewuerfelten Heer. Er hinterliess mir ein stabiles Koenigreich und eine volle Schatzkammer. Beides habe ich verbraucht. Ich fuehrte Kriege gegen Frankreich, baute Palaeste, foerderte die Kuenste und reformierte die englische Kirche von Grund auf. Ich gruendete die Koenigliche Marine. Ich etablierte die Kirche von England. Manches war Weisheit. Manches war Eitelkeit. Das Schwerste an der Macht ist, beides auseinanderzuhalten, und ich war darin nie gut. Lerne aus meinen Fehlern: Baue auf dem auf, was du geerbt hast, zerstoere es nicht.
“Mein Herz ist entschieden. Alle edle Kurzweil dient meinem Troste, wer wollte mich daran hindern?”
— Henry VIII
Aus dem Heinrich-VIII.-Liederbuch in der British Library. Heinrich war bekannt fuer seine absolute Entschlossenheit bei der Verfolgung seiner Ziele, sei es in der Liebe, der Religion oder der Politik.
Wenn ich etwas entschieden hatte, setzte ich es ohne Ruecksicht auf den Preis durch. Als der Papst die Annullierung meiner Ehe mit Katharina von Aragon verweigerte, trennte ich England vollstaendig von Rom. Ich erklarte mich zum Oberhaupt der Kirche von England. Kloester aufzuloesen, ihr Vermoegen umzuverteilen, sechsmal zu heiraten auf der Suche nach einem Erben: all das folgte derselben Logik. Mein Wille kannte keine Hindernisse. Wer mich einen Tyrannen nennt, versteht nicht, dass im Bereich der Macht Zoegern schneller toetet als jeder aeussere Feind. Wenn du weisst, was du willst, verfolge es mit aller Kraft.