“Jeder denkt daran, die Welt zu veraendern, aber niemand denkt daran, sich selbst zu veraendern.”
— Leo Tolstoy
Dies ist eine der meistzitierten Aussagen Tolstois. Nach Krieg und Frieden durchlebte er eine geistige Krise, die ihn dazu brachte, organisierte Religion, Privateigentum und staatliche Autoritaet abzulehnen. Er glaubte, dass soziale Reform ohne persoenliche moralische Umkehr Heuchelei sei. Er verzichtete auf Fleisch und Reichtum und versuchte nach eigenem Massstab zu leben. Das Zitat fasst die tolstoische Philosophie zusammen: die einzige Revolution, die zaehlt, beginnt im Innern.
Er wurde in eine der reichsten Familien Russlands geboren. Dreihundertdreissig Leibeigene bestellten sein Land. Er verspielte das Haupthaus seines Gutes beim Kartenspiel. Er kehrte aus dem Krieg beruehmt zurueck. Er schrieb den laengsten grossen Roman in irgendeiner Sprache. Er verzichtete auf seine Urheberrechte, machte seine eigenen Stiefel und pflueckte seine Felder neben Bauern. Die orthodoxe Kirche exkommunizierte ihn. Gandhi gruendete eine Unabhaengigkeitsbewegung auf seinen Ideen. Mit zweiundachtzig Jahren verliess er sein Haus mitten in der Nacht und starb an einem Bahnhof.
